Christian Schwier

Eigene Werkstatt gründen mit RP-TOOLS – TEIL 1: allgemeine Überlegungen davor

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Wer hat nicht schon mal davon geträumt?
Selbstständig werden, sein eigener Chef sein und nicht mehr länger als einzelnes Zahnrad in der Unternehmung anderer geknechtet werden. In den nächsten fünf Wochen zeigt RP-TOOLS Ihnen exklusiv in dieser fünfteiligen Artikelserie, welche Schritte notwendig sind, um eine ganz eigene Werkstatt zu eröffnen. Unsere Serie startet mit der groben Planung und den notwendigen logischen Überlegungen vor der Tat, um einer erfolgreichen Unternehmung den rechten Weg zu ebnen.

Aufgaben, die Sie in der Selbstständigkeit erwarten

Wer Unternehmer werden will, muss bereit sein, einen Großteil seiner Zeit in den Erfolg der Werkstatt zu investieren. Vor allem in der Anfangsphase ist eine genaue Planung und rechtzeitige Lenkung der Geschehnisse notwendig. Häufig bedeutet dies längere Arbeitszeiten, die über die üblichen acht Stunden hinausgehen.

Zugleich wächst auch der Verantwortungsbereich. Während man als Arbeitnehmer einer fremden Werkstatt lediglich einen einzigen Funktionsbereich bedenken musste, erwarten Neugründer zu Beginn eine Vielzahl neuer Aufgaben.

Vereinfacht bedeutet dies, dass neben der Hauptleistung des Unternehmens, in unserem Fall Werkstattarbeiten für den Kunden, zusätzliche, unterstützende Aktivitäten berücksichtigt werden müssen. Einen Auszug der wichtigsten Tätigkeiten finden Sie in der Liste unterhalb:

  • Kundenbetreuung, Angebotslegung & Marketing
  • Buchhaltung, Preisverwaltung & Rechnungslegung
  • Beschaffung & Vertrieb
  • Lagerverwaltung
  • Aufrechterhaltung von Sicherheit & Sauberkeit
  • Kontakt mit Außenstehenden (Arbeitsinspektion, Steuerberater, Behörden,… etc.)

In der Theorie erzeugt ein reibungsloses Zusammenspiel dieser Faktoren den wirtschaftlichen Erfolg der Werkstatt.

Beachtung aller Kostenfaktoren

Eine Unternehmensgründung kostet. Selbstverständlich lässt sich immer an allen Ecken und Enden sparen, jedoch gibt es Investitionen die schlichtweg notwendig sind. Einige Beispiele haben wir in der folgenden Liste angeführt:

  • Bau oder Mietung des Standorts
  • Ausstattung der Werkstatt mit beispielsweise Hebebühnen, Montiermaschinen, Wuchtmaschinen,… usw.
  • Ausstattung des Lagers mit beispielsweise Regalen
  • Ausstattung der Büroräume mit Einrichtung und sonstigem Bedarf
  • qualitatives Werkzeug
  • Einrichtung der Sanitäreinrichtungen
  • Reinigung & Instandhaltung
  • Internet & Telefon
  • Heiz- & Stromkosten
  • Betriebskosten (Wasser, Beseitigung von Abwasser, Abfall, Problemstoffen,…)
  • Inkludierung aller Sicherheitsmaßnahmen
  • Marketingmaßnahmen
  • Auszahlung von Löhnen und Gehältern

Häufig reicht das eigene Kapital nicht, um die die notwendigen Bereiche der Werkstatt aus eigener Tasche zu zahlen. Daher wenden sich viele an verschiedene Geldgeber wie beispielsweise private Investoren oder Banken. Der im nächsten Punkt beschriebene Businessplan wird von vielen dieser Institute zur Durchsicht angefordert, um ein ausreichend großes Maß an Krediten oder Darlehen anfordern zu können.

Doch es geht auch einfacher. So bietet RP-TOOLS mit Partnern wie der Santander Bank Möglichkeiten zur Teilzahlung, bei der Sie Ihre neue Ausrüstung gleich mitnehmen und erst danach Stück für Stück abbezahlen können. Dadurch lassen sich mehr Aufträge abarbeiten wodurch das Risiko von plötzlichem Geldmangel erheblich gesenkt wird. Auch unser Partner Grenke hat Angebote die speziell auf das Leasen von Maschinen zugeschnitten sind, um, wie es in der Finanzwelt so schön heißt, „die liquiden Mittel zu schonen“.

bernardbodo
Ein gut durchdachtes Konzept wird Ihnen später helfen Geld zu sparen. © bernardbodo - Fotolia.com

Erstellung eines sogenannten Businessplans

Der Businessplan repräsentiert eine schriftliche Skizze/Beschreibung des Unternehmenskonzepts. In den meisten Fällen wird Fremdkapital (z.B.: Kredite, Darlehen) benötigt um die enormen Anfangskosten der Werkstatttgründung zu decken. Ein vollständiger Businessplan gibt den Kapitalgebern Aufschluss über die Visionen, Markt-Einschätzungen und Prognosen des Jungunternehmers. Dadurch bekommen Außenstehende einen Überblick über die geplante Struktur der Werkstatt vermittelt.

Mit Hilfe eines Businessplans werden Kapitalgeber die Umsetzbarkeit, Wirtschaftlichkeit und den Kundennutzen des Konzepts leichter erkennen und schneller für sich bewerten können. Die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Bezugs von weiteren Geldmitteln lässt sich dadurch erhöhen und wird in manchen Fällen dadurch erst ermöglicht.

Abgesehen von der Neugier der Geldgeber, hilft der Businessplan auch dem Gründer Schwachstellen in seinem eigenen Vorhaben zu erkennen und rechtzeitig auszumerzen. Als Steuerungsinstrument hilft dieser dem Unternehmer auf dem rechten Weg zu bleiben, Ablenkungen zu verhindern und das Risiko des Scheiterns erheblich zu senken. In anderen Worten stellt der Businessplan für den Jungunternehmer eine Orientierungshilfe dar, um in einer von unbekannter Komplexität geplagten Anfangsphase während der Betriebsgründung einen klaren Kopf zu behalten.

Wer weitere Informationen zu diesem Thema haben möchte, kann sich in Österreich jederzeit an den Gründerservice der WKO hier wenden und sich beraten lassen. In Deutschland wird vom Bundesministerium für Wirtschaft & Energie ein eigenes Programm zur digitalen Erstellung eines Businessplans angeboten, das sich hier herunterladen lässt. Im Schweizer KMU-Portal gibt es ebenfalls hilfreiche Musterpläne und Vorlagen, welche hier zum Download angeboten werden.

Das erwartet Sie in den nächsten Artikeln

Im nächsten Artikel widmen wir uns dem erforderlichen Profil eines Werkstättengründers. Wie sieht der Befähigungsnachweis aus? Welche Anforderungen muss der Jungunternehmer erfüllen bevor dieser überhaupt ein legitimes Gewerbe anmelden kann?

All das erfahren Sie nächste Woche in der Artikelserie „Eigene Werkstatt gründen mit RP-TOOLS“! Informationen zu weiteren Artikeln finden sie in der folgenden Tabelle:

Artikel dieser SerieVeröffentlichung amWeiterführende Links
Teil 1: allgemeine Überlegungen davor09.08.2017Eigene Werkstatt gründen mit RP-TOOLS - Teil 1
Teil 2: Anforderungen an den Gründer16.08.2017Eigene Werkstatt gründen mit RP-TOOLS - Teil 2
Teil 3: Meistern aller bürokratische Hürden23.08.2017Eigene Werkstatt gründen mit RP-TOOLS - Teil 3
Teil 4: Wahl der Betriebsstätte31.08.2017Eigene Werkstatt gründen mit RP-TOOLS - Teil 4
Teil 5: Erhaltung der Sicherheit & Umgang mit Problemstoffen06.09.2017Eigene Werkstatt gründen mit RP-TOOLS - Teil 5