Alles rund um die Montage von RDKS (Reifendruckkontrollsystem)

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Die Verschärfung der RDKS-Vorschriften im Gesetzestext, die wir in unserem Artikel Reifendruckkontrollsysteme: Sicherheit vs. Extrakosten schon näher behandelt haben, führt zwangsläufig auch zur Anpassung von Arbeitsabläufen in Werkstätten. Welches Equipment für Ihren Arbeitsplatz benötigt wird, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden und wie Sie Ihre Mitarbeiter auf neue Kundenwünsche vorbereiten können, lesen Sie hier in unserem RP-TOOLS-Blog.

Vorbereitungen davor

Vor den eigentlichen Arbeiten, müssen Bereiche Ihrer Werkstatt an die neuen Veränderungen adaptiert werden. Folgende Bereiche sollten hierbei besonders beachtet werden:

  • Bestände aller benötigten Teile wie Sensoren, Ventile, Einsätze, Kappen, Muttern, Dichtungen & sonstigen Ersatzteilen decken
  • Anschaffung von neuem Spezialwerkzeug wie Diagnose-/Programmier-Werkzeugen
  • Schulung und Vorbereitung des Personals auf neue Technologien

Veränderungen die sich während der Arbeitsabläufe beim Reifenservice ergeben

  • Kontrolle der Sensoren bei jedem Radwechsel (bei direktem RDKS)
  • Erneuerung der Ventileinsätze, Muttern, Dichtungen und Kappen um Korrosion zu verhindern
  • Ermittlung der Batterieladung und Austausch der leeren Batterie bei Bedarf (Laufzeiten verschiedener Modelle schwanken zwischen 5-10 Jahren)
  • Analyse und Behebung des durch die aufleuchtende Warnleuchte angezeigten Problems (beispielsweise bei Druckverlust, Defekt eines Sensors, leerer Batterien, Korrosion oder Abbruch des Sensors vom Ventil)

Suche nach Problemlösung durch Analyse/Diagnose folgender Teilbereiche

  • Prüfung der Warnleuchte und Anzeige im Fahrzeug
  • Kontrolle aller Ventile und verwendeten Sensoren
  • Dokumentation VOR und NACH der Kontrolle (dient der Sicherheit beider Parteien)
  • bestmögliche Erfüllung weiterer Kundenwünsche
  • abschließende Dokumentation aller Resultate

Umgang mit den Kundenerwartungen im Bezug auf das RDKS

  • professionelles Kundengespräch und Zusammenfassung der zum Arbeiten benötigten Fahrzeugdaten
  • Aufklärung des Kunden über die auftretenden (häufig höheren) Kosten von RDKS-Wartungen
  • Schaffung eines sichtbaren Kundennutzens durch aktive, ehrliche und zuvorkommende Kommunikation
  • angestrebte Perfektion bei der Durchführung aller notwendigen Arbeitsschritte
  • Berechnung eines optimalen Preises (besonders bei der Bearbeitung von direkten Systemen)

Der Kunde sollte über folgende Sachverhalte aufgeklärt werden um Problemen nach der Bearbeitung vorzubeugen …

  • Systematik des RDKS
  • Begründung für den erhöhten Zeitaufwand bei Montage von RDKS-Reifen
  • Begründung für die höheren Preise bei der Montage von RDKS-Reifen
  • Protokollierung des Fahrzeugzustands vor und nach den Arbeiten für den Kunden erklären und einsehbar machen

Zusätzlich sollte sich der Reifenmonteur über weitere Details Gedanken machen …

  • Absprache mit dem Kunden ob ein direktes oder indirektes RDKS vorliegt
  • Berechnung der benötigten Zeit
  • Organisation erforderlicher Ersatzteile

Vorbereitungen des Personals

Die Verbreitung des RDKS verändert bestehende Arbeitsabläufe in der Werkstatt. Alle verantwortlichen Mitarbeiter müssen in speziellen, darauf ausgerichteten Schulungen im Umgang mit dem RDKS vorbereitet werden.

Neben den Arbeiten am System selbst, sollten die Mitarbeiter nebenbei auch in der Lage sein, den Kunden bei eventuell aufkommenden Fragen kompetent zu beraten.

Arten von RDKS-Sensoren

Es gibt keine einheitlich standardisierte Sensorenart. Dadurch wird es jedem Fahrzeughersteller möglich einen eigenen Typ von Sensor zu verwenden. Dies ist der Hauptgrund für die mittlerweile über 150 verschiedenen, existierenden Sensorenmodelle auf dem internationalen Markt.

Um einen Sensor verbauen zu können, muss dieser auf das Auto abgestimmt sein. Nicht jeder Sensor lässt sich mit seiner einzigartigen ID in jeden Fahrzeugtyp einbauen. Viele Fahrzeughersteller verwenden Original-Sensoren mit fix eingestellter ID, die bereits auf die spezifischen Fahrzeugeigenschaften perfekt abgestimmt sind.

Es empfiehlt sich mindestens vier Stück Original-Sensoren der jeweils größten Fahrzeughersteller auf Lager zu haben. Engpässe können dadurch vermieden und Kunden bestmöglich bedient werden.

Abseits dieser gibt es sogenannte Universal-Sensoren, welche ohne eine fixe Programmierung ausgeliefert werden und nach richtiger Kalibrierung für verschiedenste Marken verwendet werden können. Um Universal-Sensoren in einen Reifen zu verbauen, müssen sie mit eigenen Programmier-Werkzeugen kalibriert werden, damit diese schließlich Original-Sensoren korrekt imitieren können.

Wie Sensoren in das Rad montiert werden

Die Befestigung von Sensoren erfordert spezielles Werkzeug um eine fachgerechte Montage zu gewährleisten. Die Sensoren werden im Inneren des Reifens hinter dem Ventil befestigt.

Für Aluminium- und Gummiventile von RP-TOOLS gibt es eigene Ausführungen an Sensoren. Bei jedem Reifenwechsel sollten auch die Ventile mit dafür vorgesehenem Werkzeug ausgetauscht werden.

Wie das Fahrzeug seine neuen Sensoren erkennt

Fahrzeuge von Marken wie VW, Mercedes, Ford und Mazda besitzen die Fähigkeit ihre Sensoren selbstständig auszulesen. Hierbei erlischt die Warnleuchte der Sensoren nach einer 10-minütigen Fahrt bei einem Tempo zwischen 35 und 100 km/h ganz von alleine.

Andere Fahrzeuge müssen nach Vorgaben des Fahrzeugbuchs bei Modellen wie den Marken Audi und Porsche manuell mittels eigener Werkzeuge an die neu verbauten Sensoren „angewöhnt“ werden.

Wahl der richtigen Diagnose-/Programmier-Werkzeuge

Es gibt bereits einige verschiedene Diagnose-/Programmier-Werkzeuge, die je nach ihren Funktionsmöglichkeiten, zwischen 500€ und 1000€ kosten. Für eine Diagnose treten die Werkzeuge über Funk mit den Sensoren im Reifen in Kontakt, sodass eventuell auftretende Störungen im RDKS auf dem Werkzeug-Display angezeigt werden. Geräte einer höheren Preisklasse besitzen zusätzlich noch über eine direkte Schnittstelle zur OBD (On-Board-Diagnose). Diese wird benötigt um Universal-Sensoren an das Fahrzeug anzupassen.

Grundsätzlich kann man zwischen zwei Werkzeugarten unterscheiden, einer zum reinen Auslesen von Daten und einer zum zusätzlichen Programmieren von Universal-Sensoren:

  • Pre-Service-Werkzeuge: Besitzen eine eingeschränkte Funktionalität für gelegentliche Arbeiten und dienen als Einsteigermodelle zum Auslesen von Sensoren. Beherrschen daher nur die reine Diagnose von Sensoren, haben ein kleines Display und können Daten per USB-Anschluss auf den PC übertragen.
  • PAD (Programming Accessory Devices): Geräte wie wie unser T-BP 1000-Diagnosegerät von BRAIN BEE beherrschen das Auslesen UND Programmieren von Universal-Sensoren. Es eignet sich sowohl für Original- als auch Universal-Sensoren. Das PAD dient als Display und kann per USB an einen PC angeschlossen werden.