Reifendruckkontrollsysteme: Sicherheit vs. Extrakosten

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Ab Mai 2018 werden fehlende Reifendruckkontrollsysteme (kurz: RDKS) bei neueren Fahrzeugen während der Pickerl-Prüfung als schwerer Mangel gekennzeichnet. Auf welche Dinge Autofahrer achten müssen und ob Sie von dieser Sicherheitsvorschrift betroffen sind, erfahren Sie hier.

Wo kommt diese Regelung überhaupt her?

Verantwortlich für die Verschärfung der Vorschriften ist, wie auch bei der Einführung des Gesetzes, die Europäische Union. Seit 2014 müssen alle PKW und Nutzfahrzeuge mit Erstzulassung in den Ländern der EU über ein RDKS verfügen. Bei neu-typengenehmigten PKW die seit 2012 verkauft werden, wird ebenfalls die Ausrüstung des Fahrzeugs mit einem RDKS gesetzlich vorgeschrieben. Eine Sache die zuvor noch als leichter Mangel in Autowerkstätten geahndet wurde, sorgt ab dem nächsten Jahr für den Verlust eines positiven §57a-Gutachtens bei den betroffenen Fahrzeugen.

Unmut vieler Autofahrer

Viele Autofahrer sind daher sichtlich verärgert. Manche beklagen die Extrakosten, anderen entzieht sich die Sinnhaftigkeit dieser Verordnung. Für manche Fahrzeuge kostet die Anschaffung eines neuen Reifensatzes mit integrierten RKDS-Ventilen bis zu 300€ mehr.

Vorteile im Straßenverkehr

Abgesehen von den offensichtlichen Extrakosten spart der moderne, RDKS-nutzende Autofahrer jedoch an anderen Stellen. Richtiger Luftdruck beugt Unfällen durch unerwartete Reifenplatzer vor, verringert den allgemeinen Verschleiß der Reifen und senkt den Spritverbrauch. Auf lange Sicht sorgt dies für verringerte Ausgaben bei kleinerem Unfallrisiko.

Unterschiede zwischen den verschiedenen RDKS-Arten

 direktes RDKSindirektes RDKS
Position der Sensorenin jedem einzelnen Reifen befindet sich ein SensorMitnutzung der Sensoren für ESP & ABS
MessverfahrenMessung von Druck und Temperatur im inneren jedes ReifensBerechnung des Reifendrucks über die Reifendrehzahl
Genauigkeitsehr genaue Datenerfassung über Druck, Temperatur, Reifenposition und plötzlich auftretenden Druckverlust vom Inneren jedes einzelnen Reifens ausungenauere Berechnung des Drucks außerhalb der Reifen
Aufwand beim Reifenwechselhoch, da alle Winter-, Sommer- und Ersatzreifen mit einem Sensor ausgestattet werden müssenkein zusätzlicher Aufwand da keine Sensoren im Reifen angebracht werden müssen
Kostenaufgrund vom Mehraufwand bei der Installtation teurer als indirektes RDKSgünstiger als direktes RDKS da weniger Sensoren benötigt werden und diese einfacher zu verbauen sind

Vom RDKS beeinflusste Bereiche

  • Suche nach Gründen für eine aufleuchtenden Warnlampe
  • Wartung mit eigenen Diagnosewerkzeugen wie dem B-TP 1000-Diagnosegerät von BRAIN BEE aller in Verwendung befindlichen Sensoren, Reifen, Ventile
  • Regelmäßige Services um die Funktionstüchtigkeit sicherzustellen

Fazit

Die Vor- und Nachteile dieser Entwicklung sollte jeder für sich selbst abwägen. Es lässt sich nicht leugnen, dass die Gefahr von unerwarteten Reifenplatzern bei der Nutzung eines RDKS sinkt. Auch ein geringerer Verschleiß und die damit verlängerte Nutzung der Reifen klingen verlockend, wenn man die einmaligen Extrakosten bei der Anschaffung selbstverständlich nicht scheut.

Für weitere Infos speziell für Reifenmonteuere und Werkstätten sehen sich Sie unseren anderen Artikel über das Reifendruckkontrollsystem an.