Reifentechnik: Reifen/Räder richtig wuchten

Spread the love

In der Physik beschreibt der Ausdruck „Unwucht“ den Zustand eines Körpers, dessen Schwerpunkt abseits seiner Rotationsachse liegt. Vereinfacht bedeutet dies bei einem Autoreifen, dass durch den Mangel einer starren Rotationsachse drehzahlabhängige Vibrationen am Rad auftreten. Aus diesem Grund werden Reifen vor der Montage am Fahrzeug in der Werkstatt an Auswuchtmaschinen wie der RP-U100PN von RP Tools mit einem Gegengewicht versehen. Welche Vorteile dies konkret für den Fahrzeuglenker hat und warum es in manchen Fällen unverzichtbar ist in die Werkstatt zu fahren, wird in den folgenden Abschnitten näher erläutert.

Was ist eine Unwucht?

Man unterscheidet in der Mechanik zwischen zwei Arten dieses Zustands: der statischen und der dynamischen Unwucht.

Unterschied zwischen dynamischer und statischer Unwucht
Bei der statischen Unwucht liegt die schwere Stelle außerhalb der geometrischen Mitte und verhindert das Stehenbleiben des Reifens an einer bestimmten Stelle. Diese Art von Unwucht macht sich durch ein springendes Rad während der Fahrt bemerkbar. Um sie auszugleichen, sollte man an jener Stelle die zu schwer ist, Material entfernen beziehungsweise auf der gegenüberliegenden Stelle mittels Gewichten ausgleichen.

Die dynamische Unwucht hingegen zeichnet sich durch zwei schwerere Stellen am Reifen aus, die diagonal gegenüber liegen. Diese wird erst beim bewegten Reifen sichtbar, sobald dieser beginnt auf eine Seite zu ziehen. Je breiter die Reifen sind, umso wichtiger ist der Auswuchtungsprozess. Eine dynamische Unwucht lässt sich beispielsweise durch Wuchtmaschinen vom Typ RP-U100PN von RP Tools ermitteln und durch das Anbringen von zwei Wuchtgewichten beseitigen.

Wie wuchte ich richtig?

Matchen

Hierbei wird der Reifen so an der Felge angebracht, dass Unwuchten von Felge und Reifen großteils durch ihr Gegenüberliegen minimiert werden. Die Restunwucht wird mit Schlag- oder Klebegewichten entfernt.
Wuchtprozess beim Matchen

Laufruhenoptimierung

Bei einer minimal verbogenen Felge muss das Rad einer ungleichmäßigen Einfederung unterzogen werden, um die daraus resultierende Unwucht zu beheben. Die überbleibende Unwucht wird schließlich durch Schlag- oder Klebegewichte beseitigt.
Wuchtprozess bei der Laufruhenoptimierung

Auswuchten

Unwuchten an Felge und Reifen werden mit unserer Auswuchtmaschine RP-U100-PN (siehe Abbildung) und der Anbringung von Schlag- oder Klebegewichten bereinigt. Danach gehören Störungen bei der Fahrt der Vergangenheit an.
RP-U100PN

Auswuchten – Hintergründe & Informationen

Die ersten Unterschiede zwischen gewuchteten und unwuchtigen Reifen machen sich bereits nach etwa 16.000 Kilometern Fahrt bemerkbar. Durch eine ungleiche Belastung der Aufstandsfläche des Reifens steigt der Verschleiß am Auto stetig. So kann es vorkommen, dass Teile wie die Querlenker, Stoßdämpfer und Lager aufgrund von erhöhter Abnutzung oder gar Schäden, früher ausgetauscht werden müssen. Bei den Reifen bildet sich durch die falsche Radstellung eine Art Sägezahnprofil, der Bremsweg verlängert sich und das Lenkrad beginnt ab einer höheren Geschwindigkeit zu „zittern“. In Extremfällen kann die Fehlstellung sogar zum Reifenplatzer oder Kontrollverlust des Fahrzeugs führen. Ein verlorenes Wuchtgewicht äußert sich ebenfalls in den bereits beschriebenen Effekten. Man sollte daher beim Auftreten dieser Fälle die nächste Werkstatt aufsuchen, um seine Reifen an einer Auswuchtmaschine wie der RP-U100PN von RP Tools überprüfen zu lassen.

Für den Lenker des Fahrzeugs bedeuten gewuchtete Räder einen verbesserten Fahrkomfort, geringeren Verschleiß der Fahrzeugteile und wesentlich mehr Sicherheit, selbst auf etwas längeren Strecken.